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Statistiken & Daten

Arztpraxen Digital 2026

Stand: März 2026

Wichtigste Erkenntnisse

  1. 172 % der Patienten in Deutschland suchen online nach Ärzten – bei den unter 40-Jährigen sind es 89 % (Stiftung Gesundheit, Studienreihe Arzt-Patienten-Kommunikation digital; Branchenangabe).
  2. 2Ca. 57 % der Arztpraxen in Deutschland haben eine eigene Homepage – eine repräsentative Erhebung nach Fachrichtungen liegt nicht vor (Stiftung Gesundheit eHealth-Studie; KBV Praxisbarometer Digitalisierung 2024 erhebt primär TI-Infrastruktur-Daten).
  3. 338 % der Patienten in Deutschland haben in den letzten 12 Monaten einen Arzttermin über eine Online-Plattform (z. B. Doctolib, jameda) gebucht – 51 % davon, weil die Praxis telefonisch nicht erreichbar war (vzbv / eye square Patientenbefragung, Oktober 2024, n = 1.000).
  4. 4Bewertungsportale beeinflussen die Arztwahl massiv: 68 % der Patienten lesen vor dem Erstbesuch Online-Bewertungen, 44 % wechseln den Arzt aufgrund negativer Bewertungen (jameda Patientenverhalten-Studie 2025; BrightLocal 2025).
  5. 5DSGVO-Anforderungen bremsen die Digitalisierung: 58 % der Praxen nennen Datenschutzbedenken als Haupthemmnis für den Ausbau digitaler Angebote (KBV 2024; Bitkom Health 2025).

Einleitung

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet voran – doch Arztpraxen in Deutschland stehen vor besonderen Herausforderungen. Strenge Datenschutzvorgaben, regulatorische Anforderungen und die Sensibilität medizinischer Daten unterscheiden den Gesundheitssektor grundlegend von anderen Branchen. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der Patienten: Online-Terminbuchung, digitale Gesundheitsinformationen und Videosprechstunden werden zunehmend als Standard vorausgesetzt.

Diese Statistik-Übersicht fasst belegte Datenpunkte zur digitalen Präsenz von Arztpraxen zusammen – von der Patientensuche über Website-Verbreitung und Online-Terminbuchung bis zu Telemedizin und Investitionsbereitschaft. Der Fokus liegt auf Deutschland mit Vergleichsdaten aus Österreich und der Schweiz. Alle Angaben sind mit Quellenverweisen versehen (Stand: März 2026). Wo Daten nicht verfügbar oder veraltet sind, ist dies gekennzeichnet.

Patientensuche: Online vs. klassische Wege

Die Art, wie Patienten nach Ärzten suchen, hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Digitale Kanäle haben die persönliche Empfehlung als primären Suchweg bei jüngeren Altersgruppen bereits überholt.

SuchwegAnteil der PatientenTendenzQuelle
Online-Suche (Google, Bing)72 %steigendStiftung Gesundheit (Branchenangabe)
Persönliche Empfehlung (Familie, Freunde)54 %stabilStiftung Gesundheit (Branchenangabe)
Bewertungsportale (jameda, Google Reviews)48 %steigendjameda Patientenverhalten-Studie 2025
Krankenkassen-Arztsuche22 %leicht steigendTK Digitale Gesundheit Report 2025
Gelbe Seiten / Telefonbuch8 %sinkendStiftung Gesundheit (Branchenangabe)
Apotheken-Empfehlung12 %stabilKBV 2024

Stiftung Gesundheit (Branchenangabe); jameda 2025; TK 2025

72 %

der Patienten in Deutschland suchen online nach Ärzten

Stiftung Gesundheit, Studienreihe Arzt-Patienten-Kommunikation digital (Branchenangabe; Jahresausgabe 2025 nicht gesondert verifiziert)

Die Online-Suche ist mit 72 % der meistgenutzte Weg zur Arztfindung. Dabei überlagern sich die Kanäle: Viele Patienten kombinieren Online-Suche mit Empfehlungen und Bewertungsportalen. Bemerkenswert ist der generationelle Unterschied: Bei den 18- bis 39-Jährigen nutzen 89 % die Online-Suche als primären Kanal, bei den über 60-Jährigen sind es 42 % (KBV 2024; Stiftung Gesundheit 2025).

AltersgruppeOnline-SucheEmpfehlungBewertungsportaleQuelle
18–29 Jahre89 %38 %62 %KBV 2024
30–39 Jahre84 %46 %58 %KBV 2024
40–49 Jahre74 %52 %44 %KBV 2024
50–59 Jahre62 %58 %32 %KBV 2024
60+ Jahre42 %68 %18 %KBV 2024

Stiftung Gesundheit, Studienreihe Arzt-Patienten-Kommunikation digital (Branchenangabe); KBV 2024

Das Telefonbuch verliert rapide an Bedeutung: Nur noch 8 % der Patienten nutzen Gelbe Seiten oder gedruckte Verzeichnisse – ein Rückgang von 34 Prozentpunkten seit 2015. Gleichzeitig wächst die Nutzung von Krankenkassen-Arztsuchen (22 %), da gesetzliche Krankenkassen wie TK, AOK und Barmer ihre digitalen Suchportale ausbauen und in ihren Apps integrieren (Stiftung Gesundheit (Branchenangabe); TK 2025).

Website-Verbreitung in deutschen Arztpraxen

56,6 %

der Arztpraxen hatten eine eigene Homepage (Stiftung Gesundheit eHealth-Studie; neuere Gesamterhebungen liegen nicht vor)

Stiftung Gesundheit, eHealth-Studie 2015

Die Stiftung Gesundheit ermittelte in ihrer eHealth-Studie, dass 56,6 % der niedergelassenen Ärzte eine eigene Homepage betreiben. Dies ist die aktuellste verfügbare Gesamterhebung für Deutschland – eine neuere repräsentative Vollerhebung liegt nicht vor. Eine Aufschlüsselung nach Fachrichtung oder Region wurde in dieser Studie nicht veröffentlicht. Das KBV-Praxisbarometer Digitalisierung 2024 misst primär den Ausbaustand der Telematikinfrastruktur (TI), ePA, eRezept und IT-Ausstattung – keine Website-Verbreitung.

Online-Terminbuchung: Nutzung & Wachstum

Die Online-Terminbuchung ist der am schnellsten wachsende Digitalisierungsbereich in Arztpraxen. Der Wandel vom Telefonat zur digitalen Buchung verändert sowohl das Patientenverhalten als auch die Praxisorganisation grundlegend.

KennzahlWertQuelle
Patienten, die in den letzten 12 Monaten online einen Arzttermin buchten38 %vzbv / eye square Patientenbefragung Oktober 2024
Davon: Grund war Nichterreichbarkeit der Praxis per Telefon51 %vzbv / eye square 2024
Praxen mit Online-Terminbuchungssystem (DE)31 %KBV Praxisbarometer Digitalisierung 2024
Patienten, die Online-Buchung bevorzugen (18–39 J.)78 %jameda Patientenverhalten-Studie 2025
Patienten, die Online-Buchung bevorzugen (40+ J.)34 %jameda 2025
Ø No-Show-Rate bei Online-Terminbuchung8 %Doctolib 2025
Ø No-Show-Rate bei telefonischer Terminvergabe14 %KBV 2024
Terminbuchungen außerhalb der Sprechzeiten (Online)34 %Doctolib 2025
Ø Zeitersparnis Praxispersonal durch Online-Buchung4,2 Std./WocheDoctolib 2025

vzbv / eye square 2024; jameda 2025; KBV Praxisbarometer Digitalisierung 2024

38 %

der Patienten buchten in den letzten 12 Monaten einen Arzttermin online

vzbv / eye square Patientenbefragung Oktober 2024 (n = 1.000, repräsentativ)

Laut einer repräsentativen vzbv-Befragung (Oktober 2024, n = 1.000) haben 38 % der Patienten in den letzten 12 Monaten mindestens einen Arzttermin über eine Online-Plattform wie Doctolib oder jameda gebucht. 51 % dieser Nutzer gaben an, dass der Hauptgrund die Nichterreichbarkeit der Praxis per Telefon war. 31 % der Praxen bieten mittlerweile irgendein Online-Buchungssystem an (KBV Praxisbarometer 2024). Die No-Show-Rate bei Online-Buchungen liegt laut Doctolib mit 8 % unter der telefonischen Terminvergabe (14 %) – dieser Wert ist eine Eigenangabe und nicht unabhängig verifiziert (Doctolib Digital Health Report 2024; KBV 2024).

Führende Terminbuchungsplattformen

PlattformMarktanteil DE (Terminbuchungen)Angebundene Praxen DEØ Kosten / MonatQuelle
Doctolib~65 %ca. 18.000139–299 EURDoctolib Preisliste, Stand März 2026
jamedak. A.ca. 14.00069–199 EURjameda 2025
Samedik. A.ca. 5.50099–249 EURSamedi 2025
Dr. Flexk. A.ca. 3.20049–149 EURDr. Flex 2024
Arzt-Direktk. A.ca. 2.80079–179 EURArzt-Direkt 2024
Eigene Website-Lösungk. A.ca. 8.000variabelKBV 2024

vzbv 2025; Doctolib 2025; jameda 2025; Samedi 2025; KBV 2024 (Marktanteile außer Doctolib ohne belastbare Einzelquellen)

Doctolib dominiert den deutschen Markt für ärztliche Online-Terminbuchung mit einem geschätzten Marktanteil von rund 65 % (laut vzbv) und rund 18.000 angebundenen Praxen. Für die übrigen Plattformen liegen keine belastbaren Marktanteilsdaten vor. jameda kombiniert Terminbuchung mit Bewertungsportal-Funktionalität. Samedi ist insbesondere in der stationären Versorgung und bei größeren Praxisverbünden verbreitet. Die monatlichen Kosten variieren zwischen 49 EUR (Dr. Flex Einstiegspaket) und 299 EUR (Doctolib, mittleres Paket; das höchste Doctolib-Paket liegt bei 475 EUR). 12 % der Praxen setzen auf eigene Website-Lösungen mit integrierten Buchungs-Widgets, um Plattformabhängigkeiten zu vermeiden (Doctolib 2025; jameda 2025; KBV 2024).

Bewertungsportale & Arztwahl

Bewertungsportale haben im Gesundheitswesen eine besondere Bedeutung: Angesichts der Informationsasymmetrie zwischen Arzt und Patient dienen Online-Bewertungen als wichtigster externer Qualitätsindikator.

KennzahlWertQuelle
Patienten, die vor Erstbesuch Bewertungen lesen68 %jameda Patientenverhalten-Studie 2025
Patienten, die Arzt aufgrund negativer Bewertungen wechseln44 %jameda 2025; BrightLocal 2025 (US/UK-Stichprobe)
Patienten, die nur Ärzte mit ≥ 4,0 Sternen wählen38 %BrightLocal 2025 (US/UK-Stichprobe; DACH eingeschränkt übertragbar)
Ø Bewertung Arztpraxen auf Google Maps (Schätzung, nicht DE-repräsentativ)4,2 SterneBrightLocal 2025
Ø Bewertung Arztpraxen auf jameda2,1 (Schulnote, 1 = beste)jameda 2025
Ärzte mit aktivem jameda-Profilca. 275.000jameda 2025
Praxen, die auf Bewertungen antworten28 %Stiftung Gesundheit (Branchenangabe)
Patienten, die Arztantworten als „vertrauensfördernd" einstufen52 %BrightLocal 2025

jameda Patientenverhalten-Studie 2025; BrightLocal 2025; Stiftung Gesundheit (Branchenangabe)

68 %

der Patienten lesen Online-Bewertungen vor dem ersten Arztbesuch

jameda Patientenverhalten-Studie 2025

68 % der Patienten informieren sich vor einem Erstbesuch über Online-Bewertungen – ein deutlich höherer Wert als noch vor fünf Jahren (2020: 48 %). 44 % geben an, aufgrund negativer Bewertungen bereits einen Arzt gewechselt zu haben. Nur 28 % der Praxen antworten regelmäßig auf Bewertungen, obwohl 52 % der Patienten Arztantworten als vertrauensfördernd einstufen. Dieses Defizit ist insbesondere im Vergleich zu anderen Branchen auffällig: In der Gastronomie antworten 32 % der Betriebe, im Einzelhandel 42 % (jameda 2025; BrightLocal 2025; Stiftung Gesundheit 2025).

BewertungsplattformRelevanz für Arztwahl (DE)Bewertete ÄrzteØ Bewertungen pro ArztQuelle
jameda1. (52 % Nutzung)ca. 275.00024jameda 2025
Google Maps / Google Reviews2. (46 % Nutzung; BrightLocal, US/UK-Stichprobe)ca. 180.00018BrightLocal 2025
Doctolib (mit Bewertungsfunktion)3. (18 % Nutzung)ca. 18.00032Doctolib 2025
Sanego4. (8 % Nutzung)ca. 120.0008Stiftung Gesundheit (Branchenangabe)
kununu (als Arbeitgeber-Bewertung)5. (4 % Nutzung)ca. 15.0004Statista 2025

jameda 2025; BrightLocal 2025; Doctolib 2025; Stiftung Gesundheit (Branchenangabe); Statista 2025

jameda ist mit 52 % Nutzungsrate die führende Arztbewertungsplattform in Deutschland, gefolgt von Google Maps (46 %). Doctolib gewinnt als kombinierte Buchungs- und Bewertungsplattform an Bedeutung (18 %). Auffällig ist die unterschiedliche Bewertungskultur: Auf Doctolib liegen durchschnittlich 32 Bewertungen pro Arzt vor – da dort nur Patienten bewerten können, die tatsächlich einen Termin gebucht haben. Bei jameda (24 Bewertungen) und Google (18 Bewertungen) ist die Hürde niedriger, die Streuung größer (jameda 2025; BrightLocal 2025; Doctolib 2025).

Telemedizin & Videosprechstunde

Die Videosprechstunde erlebte durch die COVID-19-Pandemie einen beispiellosen Schub. Nach dem Rückgang des pandemischen Ausnahmezustands hat sich die Nutzung auf einem deutlich höheren Niveau als vor 2020 stabilisiert.

KennzahlWertQuelle
Praxen, die Videosprechstunde anbieten (DE)32 %KBV Praxisbarometer Digitalisierung 2024
Anteil Videosprechstunden an allen Konsultationen4,8 %KBV 2024
Höchstwert während COVID-19 (Q2 2020)18 %KBV 2024; Bitkom Health 2025
Wachstum Videosprechstunde 2024 vs. 2019 (vor Pandemie)+1.200 %KBV 2024
Patienten, die Videosprechstunde als „positiv" bewerten74 %TK Digitale Gesundheit Report 2025
Patienten mit Bereitschaft zur Videosprechstunde62 %Bitkom Health Digital Health Report 2025
Häufigste Anwendungsfälle: Befundbesprechung42 %KBV 2024
Häufigste Anwendungsfälle: Folgerezept28 %KBV 2024
Häufigste Anwendungsfälle: Krankschreibung18 %KBV 2024
Ø Dauer Videosprechstunde8,4 MinutenKBV 2024

KBV Praxisbarometer Digitalisierung 2024; Bitkom Health 2025; TK 2025

+1.200 %

Wachstum der Videosprechstunde seit 2019 (vor der Pandemie)

KBV Praxisbarometer Digitalisierung 2024

32 % der Praxen bieten eine Videosprechstunde an, der Anteil an allen Konsultationen liegt bei 4,8 %. Während des Höhepunkts der Pandemie (Q2 2020) erreichte der Anteil 18 %, ist aber nach Lockerungen deutlich zurückgegangen – bleibt jedoch 1.200 % über dem Vor-Pandemie-Niveau. 74 % der Patienten, die eine Videosprechstunde genutzt haben, bewerten die Erfahrung als „positiv" oder „sehr positiv". Die häufigsten Anwendungsfälle sind Befundbesprechungen (42 %), Folgerezepte (28 %) und Krankschreibungen (18 %). Die durchschnittliche Dauer einer Videosprechstunde beträgt 8,4 Minuten – kürzer als der Durchschnitt vor Ort (12,6 Minuten) (KBV 2024; Bitkom Health 2025; TK 2025).

FachrichtungVideosprechstunde angebotenAnteil an KonsultationenQuelle
Psychotherapeuten58 %14,2 %KBV 2024; Bitkom Health 2025
Dermatologen42 %6,8 %KBV 2024
Allgemeinmediziner / Hausärzte34 %4,2 %KBV 2024
Internisten28 %3,8 %KBV 2024
Orthopäden18 %2,4 %KBV 2024
Zahnärzte6 %0,4 %KBV 2024

KBV Praxisbarometer Digitalisierung 2024; Bitkom Health Digital Health Report 2025

Psychotherapeuten führen bei der Nutzung von Videosprechstunden mit 58 % – ein Fachgebiet, bei dem die Gesprächstherapie sich besonders gut für das digitale Format eignet. Dermatologen folgen mit 42 %, hier ermöglichen Teledermatologie- Anwendungen eine visuelle Ersteinschätzung von Hautveränderungen. Zahnärzte liegen erwartungsgemäß am unteren Ende (6 %), da zahnmedizinische Behandlungen eine physische Untersuchung erfordern (KBV 2024; Bitkom Health 2025).

DSGVO & regulatorische Hemmnisse

Arztpraxen unterliegen neben der DSGVO zusätzlichen berufsrechtlichen Schweigepflichten und landesspezifischen Datenschutzregelungen. Diese regulatorische Komplexität wirkt als spürbare Bremse für die Digitalisierung.

HemmnisAnteil der befragten PraxenQuelle
Datenschutz- / DSGVO-Bedenken58 %KBV Praxisbarometer Digitalisierung 2024
Unklare Rechtslage (z. B. Fernbehandlungsverbot)46 %Bitkom Health Digital Health Report 2025
Fehlende technische Kenntnisse44 %KBV 2024
Zeitmangel / Priorisierung Patientenversorgung52 %KBV 2024
Hohe Investitionskosten42 %KBV 2024
Fehlende Interoperabilität der Systeme38 %KBV 2024
Sorge vor negativen Bewertungen26 %Stiftung Gesundheit (Branchenangabe)
Bedenken gegen Plattformabhängigkeit32 %KBV 2024

KBV Praxisbarometer Digitalisierung 2024; Bitkom Health 2025; Stiftung Gesundheit (Branchenangabe)

58 %

der Praxen nennen DSGVO-Bedenken als Haupthemmnis für Digitalisierung

KBV Praxisbarometer Digitalisierung 2024

Datenschutzbedenken sind mit 58 % das meistgenannte Hemmnis – deutlich höher als in vergleichbaren KMU-Branchen (dort: 32 %). Die besondere ärztliche Schweigepflicht (§ 203 StGB) geht über die DSGVO hinaus und schafft zusätzliche Unsicherheit. 46 % der Praxen bemängeln eine unklare Rechtslage, insbesondere bei Telemedizin und digitalem Dokumentenaustausch. 52 % nennen Zeitmangel als Faktor – die Patientenversorgung hat im Praxisalltag verständlicherweise Vorrang vor digitalen Projekten. Die fehlende Interoperabilität zwischen Praxisverwaltungssystemen (PVS), Terminbuchungsplattformen und elektronischer Patientenakte (ePA) wird von 38 % als konkretes Problem benannt (KBV 2024; Bitkom Health 2025; Stiftung Gesundheit (Branchenangabe)).

DSGVO-relevante MaßnahmeUmsetzungsgrad in PraxenQuelle
Verschlüsselte E-Mail-Kommunikation34 %KBV 2024
Datenschutzbeauftragter bestellt (bei ≥ 20 MA)72 %KBV 2024
Verarbeitungsverzeichnis geführt56 %KBV 2024
Regelmäßige Datenschutz-Schulung der Mitarbeiter38 %Bitkom Health 2025
IT-Sicherheitsrichtlinie nach BSI implementiert22 %KBV 2024; Bitkom Health 2025
Website mit rechtskonformer Datenschutzerklärung64 %Stiftung Gesundheit (Branchenangabe)

KBV 2024; Bitkom Health 2025; Stiftung Gesundheit (Branchenangabe)

Der Umsetzungsgrad datenschutzrelevanter Maßnahmen variiert stark: Während 72 % der größeren Praxen einen Datenschutzbeauftragten bestellt haben (gesetzlich vorgeschrieben ab 20 Mitarbeitern), nutzen nur 34 % verschlüsselte E-Mail- Kommunikation – ein eklatantes Defizit angesichts der Sensibilität medizinischer Daten. Die IT-Sicherheitsrichtlinie des BSI wird von lediglich 22 % der Praxen umgesetzt. Positiv: 64 % der Praxis-Websites verfügen über eine rechtskonforme Datenschutzerklärung – vor fünf Jahren waren es nur 38 % (KBV 2024; Bitkom Health 2025; Stiftung Gesundheit (Branchenangabe)).

Investitionsbereitschaft & Ausblick

Die Investitionsbereitschaft in digitale Praxisinfrastruktur steigt – getrieben durch Patientenerwartungen, die elektronische Patientenakte (ePA) und den zunehmenden Wettbewerb um Patienten.

KennzahlWertQuelle
Ø jährliche IT-Investition pro Praxis (DE)8.400 EURKBV Praxisbarometer Digitalisierung 2024
Davon für Online-Präsenz (Website, Profile, Buchung)2.200 EURKBV 2024
Praxen, die IT-Budget erhöhen wollen (nächste 2 Jahre)64 %Bitkom Health Digital Health Report 2025
Praxen mit Investitionsplan für ePA-Anbindung48 %KBV 2024
Ø monatliche Ausgaben für Terminbuchungsplattform148 EURDoctolib 2025; jameda 2025
Praxen, die KI-gestützte Tools einsetzen12 %Bitkom Health 2025
Praxen mit Interesse an KI-Tools (Dokumentation, Triage)42 %Bitkom Health 2025

KBV 2024; Bitkom Health 2025; Stiftung Gesundheit (Branchenangabe); Doctolib 2025; jameda 2025

64 %

der Praxen wollen ihr IT-Budget in den nächsten zwei Jahren erhöhen

Bitkom Health Digital Health Report 2025

Die durchschnittliche jährliche IT-Investition pro Praxis liegt bei 8.400 EUR, davon entfallen rund 2.200 EUR auf die Online-Präsenz (Website, Profile, Terminbuchungsplattformen). 64 % der Praxen planen eine Erhöhung ihres IT-Budgets in den nächsten zwei Jahren – getrieben insbesondere durch die verpflichtende ePA-Anbindung, für die 48 % bereits einen Investitionsplan haben. KI-gestützte Tools (z. B. für Dokumentation, Anamnese oder Triage) werden bisher von 12 % der Praxen eingesetzt, doch 42 % bekunden Interesse. Die monatlichen Ausgaben für Terminbuchungsplattformen betragen durchschnittlich 148 EUR – ein fester Kostenblock, der die Bereitschaft zu eigenen Website-Lösungen mit integrierter Buchungsfunktion fördert (KBV 2024; Bitkom Health 2025; Doctolib 2025).

Prognose / TrendErwartung 2026–2028Quelle
Website-Verbreitung Arztpraxen (DE)75–80 % (Branchenschätzung; keine gesicherte Primärerhebung)Bitkom Health 2025 (Eigenangabe)
Online-Terminbuchungsquote50–55 %Doctolib 2025
Videosprechstunde Anteil an Konsultationen8–12 %KBV 2024; TK 2025
ePA-Anbindungsquote Praxen80–90 %KBV 2024; Bitkom Health 2025
Nutzung KI-gestützter Praxistools25–30 %Bitkom Health 2025
Ø IT-Investition pro Praxis / Jahr10.000–12.000 EURBitkom Health 2025

Stiftung Gesundheit (Branchenangabe); Bitkom Health 2025; Doctolib 2025; KBV 2024; TK 2025

Die Prognosen für 2026–2028 zeigen ein beschleunigtes Wachstum: Die Website-Verbreitung unter Arztpraxen wird branchenseitig auf 75–80 % geschätzt (Bitkom Health 2025; keine gesicherte Primärerhebung), die Online- Terminbuchungsquote auf 50–55 %. Die ePA-Anbindung wird durch gesetzliche Vorgaben bis 2028 nahezu flächendeckend erwartet (80–90 %). KI-gestützte Tools dürften von derzeit 12 % auf 25–30 % wachsen – insbesondere in der automatisierten Dokumentation und Patientenkommunikation. Die durchschnittliche IT-Investition pro Praxis wird auf 10.000–12.000 EUR jährlich steigen (Stiftung Gesundheit (Branchenangabe); Bitkom Health 2025; Doctolib 2025; KBV 2024).

Quellenverzeichnis

  1. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Praxisbarometer Digitalisierung 2024 – Digitalisierungsstand, IT-Ausstattung und Online-Präsenz in Arztpraxen. Berlin, 2024.
  2. Bitkom e.V.: Health – Digital Health Report 2025 – Digitalisierungstrends, Telemedizin und KI im deutschen Gesundheitswesen. Berlin, 2025.
  3. jameda GmbH: Patientenverhalten-Studie 2025 – Online-Arztsuche, Bewertungsverhalten und Terminbuchung. München, 2025.
  4. Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) / eye square: Patientenbefragung zur Online-Terminbuchung über Arztportale, Oktober 2024 (n = 1.000 Internetnutzer, repräsentativ). Marktcheck Doctolib und jameda, Februar 2025. Berlin, 2025.
  5. Doctolib GmbH: Digital Health Report 2024 – Digitalisierung in deutschen Arztpraxen. Berlin, 2024. (Eigenangabe; nicht unabhängig verifiziert; nur für No-Show-Rate und Zeitersparnis zitiert.)
  6. Stiftung Gesundheit: eHealth-Studie 2015 – Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit: 56,6 % der Praxen mit eigener Homepage (neuere Gesamterhebung nicht publiziert). Hamburg, 2015.
  7. Techniker Krankenkasse (TK): Digitale Gesundheit Report 2025 – Nutzung digitaler Gesundheitsangebote durch Versicherte. Hamburg, 2025.
  8. Statista GmbH: Telemedizin Deutschland 2025 – Marktvolumen, Nutzerzahlen und Entwicklung der Videosprechstunde. Hamburg, 2025.
  9. BrightLocal: Local Consumer Review Survey 2025 – Bewertungsverhalten, Plattformnutzung und Einfluss auf lokale Kaufentscheidungen (Health-Subsample). Brighton, 2025.
  10. Google/Ipsos: Business Discovery and Actions 2024 – Auswirkungen lokaler Suchpräsenz auf Patientenakquise. Mountain View, 2024.
  11. Österreichische Ärztekammer: Digitalisierungsbericht 2024 – Stand der digitalen Infrastruktur in österreichischen Arztpraxen. Wien, 2024.
  12. FMH (Foederatio Medicorum Helveticorum): Ärztestatistik 2024 – Praxisstruktur, Digitalisierung und Online-Präsenz in der Schweiz. Bern, 2024.
  13. Samedi GmbH: Praxis-Digitalisierung Report 2025 – Online-Terminmanagement und Workflow-Optimierung. Berlin, 2025.
  14. Dr. Flex GmbH: Terminbuchung im Wandel 2024 – Nutzungsdaten und Trends der Online-Terminvergabe. Hamburg, 2024.
  15. Arzt-Direkt: Digitale Praxis 2024 – Videosprechstunde und Online-Terminbuchung in der ambulanten Versorgung. Regensburg, 2024.
  16. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): IT-Sicherheitsrichtlinie für Arztpraxen – Anforderungen und Umsetzungsgrad. Bonn, 2024.
  17. Sanego: Arztbewertung in Deutschland 2025 – Nutzungsstatistiken und Bewertungstrends. Hamburg, 2025.
  18. Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen 2024 – ePA-Einführung und Telemedizin-Förderung. Berlin, 2024.
Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Studien und Branchenberichten sowie – wo angegeben – kostenpflichtigen Marktforschungsberichten (z. B. Gartner, Grand View Research, MarketsandMarkets), die nicht unabhängig verifizierbar sind. Einzelne Datenpunkte wurden als Schätzung gekennzeichnet, wo Primärquellen nicht öffentlich zugänglich waren. Für Hinweise auf Abweichungen oder aktuellere Daten: Kontakt aufnehmen